Informationen zur Asiatischen Hornisse

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) ist eine invasive Art, die durch Massenangriffe auf Bienenvölker, Schäden an Obstkulturen und Gesundheitsrisiken für den Menschen große ökologische und wirtschaftliche Bedrohungen verursacht. Sie unterliegt in der EU strengen Bekämpfungspflichten.
Der Lebenszyklus
Der Lebenszyklus der Asiatischen Hornisse verläuft in mehreren Phasen:
Frühjahr (März/April): Eine befruchtete Jungkönigin erwacht aus der Winterstarre und beginnt den Bau eines kleinen Primärnestes (Größe: 10–20 cm) in geschützten Bereichen wie Schuppen, Dachvorsprüngen oder niedrigen Büschen. Sie legt Eier und zieht die erste Brut Arbeiterinnen selbst auf.
Frühsommer (Mai–Juni): Sobald die ersten Arbeiterinnen schlüpfen, übernehmen diese die Nahrungssuche und den Nestbau. Die Königin kümmert sich nur noch um die Eiablage.
Spätsommer (Juli–August): Aufgrund des enormen Wachstums der Kolonie (bis zu 5.000 Tiere) ziehen die Hornissen in ein sogenanntes Sekundärnest um. Dieses wird meist hoch oben in Baumkronen gebaut und erreicht einen Durchmesser von bis zu einem Meter.
Herbst (September–November): Das Volk zieht neue Königinnen und Drohnen (Männchen) auf, die für die Paarung ausschwärmen.
Winter: Die alte Königin und die Arbeiterinnen sterben. Lediglich die begatteten Jungköniginnen überwintern an geschützten Orten, um im nächsten Frühjahr neue Völker zu gründen.
Die Gefährdung
Die Anwesenheit der Asiatischen Hornisse geht mit spezifischen Problemen einher:
Verlust von Bienenvölkern und Bestäubern: Die Hornissen jagen massenhaft Honigbienen. Sie belagern gezielt Bienenstöcke, was dazu führt, dass Bienen nicht mehr ausfliegen, Stress erleiden und in der Folge ihre Wintervorräte nicht ausreichend sichern können. Darüber hinaus stehen zahlreiche Wildbienen und andere Bestäuber auf ihrem Speiseplan.
Landwirtschaftliche Schäden: Ein starker Befall an Obstbäumen und im Weinbau kann durch Fraßschäden zu erheblichen Ernteverlusten führen.
Gefahr für den Menschen: Die Tiere sind außerhalb ihres Nestes meist friedfertig, verteidigen ihre Kolonie jedoch äußerst aggressiv bei Erschütterungen oder Annäherung. Die Stiche sind sehr schmerzhaft und können, besonders bei allergischen Reaktionen, medizinische Notfälle verursachen.
Ökologisches Ungleichgewicht: Da sie an der Spitze der Nahrungskette lokaler Insekten stehen und in Europa kaum natürliche Feinde (wie den Wespenbussard) haben, verdrängen sie andere heimische Insekten und gefährden die Artenvielfalt.